Körperwissen


Die Zeichnungen entstehen in kurzer Zeit, meist in drei bis fünf Minuten, direkt vor dem Modell. Das große Format und die begrenzte Zeit verhindern Konstruktion und Kontrolle, stattdessen fordern sie die unmittelbare, körperlich geführte Erfassung von Haltung, Spannung und Präsenz.


Das Zeichnen wird damit zu einer leiblichen Erfahrung: Blick, Hand und Körper reagieren zugleich. Meine Hand muss schneller wissen als mein Kopf.


Mich interessiert der Punkt, an dem Beobachtung in leibliches Wissen übergeht. Linien und Flächen sind dann Spuren einer Verbindung zwischen dem Körper des Modells und meinem eigenen Körpergedächtnis. Besonders in den Darstellungen weiblicher Körper fließt mein eigenes Erfahrungswissen mit ein — nicht illustrativ, sondern als innere Resonanz.